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Fulda

Fliegenfischen-Balkan mit der Fliegenrute Juni 2013

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Fliegenfischen-Balkan mit der Fliegenrute Juni 2013

Eine Reise nach Montenegro, Bosnien Herzegowina und Slowenien.

Reiseroute Karte
Unsere Route

Nach langer Vorbereitungszeit war es nun endlich soweit. Wir starteten Richtung Balkan zum Fliegenfischen. Unser erstes Ziel war der Ribnik in Bosnien Herzegowina. Die Anreise dauerte 2 Tage mit einer Zwischenübernachtung in Bled, Slowenien. Wir erreichten unser Ziel am späten Nachmittag und der erste Gang war selbstverständlich auf die Brücke in Ribno und was wir sahen, stimmte uns äußerst zuversichtlich. Wasserstand OK und ein guter Schlupf von großen Steinfliegen. Dieser Fluss ist eine echte Perle. Dann bezogen wir unser Quartier, das direkt am Ribnik und nur einen Steinwurf entfernt von der Brücke liegt. Der Empfang bei unserem Wirt war sehr herzlich. Er sorgt sich um alles. Angelerlaubnis, Guide wenn gewünscht und gibt sehr gute Tipps über den Fluss und die momentane Fischerei. Er selbst ist auch ein guter Fliegenfischer. Die Gäste in seiner Pension waren auch wieder international. Man muss bei ihm schon vorher reservieren.

Am nächsten Morgen eilten wir zum Gewässer. Unser Zielfisch dort ist die Äsche. Sie kommt in großer Anzahl vor und die dortige Durchschnittsgröße ist in unseren heimatlichen Gewässern kaum noch zu finden. Jedoch zierte sich „Ihre graue Eminenz“. Großen Steinfliegen würdigte sie keines Blickes, nur die ein oder andere Bachforelle nahm diesen Köder. Die Äschen waren am Tag mit kleinen Nymphen zu fangen und am Abend mit einer kleinen hellen CDC. So ging das die gesamte Woche, trotz des guten Schlupfes der Steinfliegen. Also fischten wir am Tag mit Streamern auf Forellen und mit kleinen Nymphen auf Äschen und hofften auf die kommende Trockenfischerei am Abend. Dieser Fluss war für mich schon immer schwer zu befischen, aber er zieht mich immer wieder in seinen Bann.

Nach einer Woche am Ribnik ging unsere Reise weiter zum Fluss Lim in Montenegro. Dort waren wir zum erstenmal, da wir Berichte gehört und gelesen hatten, die jedes Fliegenfischerherz höher schlagen lassen. Schon die Anreise nach Plav war sehr abenteuerlich und sehr schön. Montenegro ist ein sehr schönes Land mit einer gewaltigen Landschaft. Unsere Reise ging durch zahllose Schluchten und Gebirgszüge, das hatte ich so nicht erwartet. Wunderschön. Wir haben den ganzen Tag benötigt, um vom Ribnik nach Plav zu gelangen. Am nächsten Tag ging es ans Wasser, den Lim. Er hatte etwas hohes Wasser, war aber befischbar. Äschen, Bachforellen und Huchen kommen vor und diese haben wir auch gesehen und gefangen, außer Huchen.

Jedoch ist uns die sehr große Verschmutzung des Flusses aufgefallen. Die Ufer des Flusses in den Ortschaften sahen aus wie eine Müllkippe und bei Hochwasser verteilt sich der Mist am ganzen Fluss entlang. Die Anwohner entsorgen ihren Müll, das heißt Haushaltsmüll, technische Geräte und alles wofür sie keine Verwendung mehr haben in den Fluss. Beim Waten trieben uns mit Müll gefüllte Säcke ins Revier. Ich habe unseren Guide auf diese Misstände angesprochen und habe ihn auch gefragt, warum diese Dinge auf seiner Internetseite nicht zu sehen sind und auch nichts davon erwähnt wird. Seine Antwort war, dass die Menschen in der Region um Plav noch kein Bewusstsein für ihre Umwelt entwickelt haben. Meine Antwort darauf war, das ich nicht solang warten kann, bis die Menschen dort einsehen, was sie ihrem schönen Land und der Umwelt antun. Wir wollten 1 Woche bleiben, jedoch haben wir unseren Aufenthalt dort nach 2 Tagen abgebrochen. Für mich ist das kein Fliegenfischen wie ich mir das vorstelle. Es gibt dort sehr schöne Flüsse, eine grandiose Landschaft und auch gute Fische, aber ich möchte diese nicht auf einer Müllkippe fangen. Wir waren sehr enttäuscht und sind nach Slowenien geflohen.

Wir haben beschlossen an die Savinja in Slowenien zu fahren. Dieser Fluss war bis dahin noch ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Wir machten uns auf den Weg und waren mit einer Übernachtung in Sarajewo am nächsten Tag in Ljubno an der Savinja. Nachdem wir, wie üblich, einige Brücken zur Begutachtung des Flusses besucht haben, fanden wir auch ohne vorherige Buchung eine sehr schöne Unterkunft. Fliegenfischerpunkt Nr. 1 in Ljubno. Hier erhielten wir auch unsere Angelerlaubnis. Die Savinja war ein neues Revier für uns und deshalb dauerte es einige Zeit, um mit den Gegebenheiten klar zu kommen. Man kann auch einen Guide nehmen, dann braucht man eventuell nicht soviel Zeit um den Fluss und seine Bewohner besser zu verstehen, aber wir haben es auch ohne Guide irgendwie hinbekommen und es wurde richtig gut. Wir fanden gute Strecken für das Fischen mit Trockenfliegen, Streamern und Nymphen. Ich hatte aber ein ungewöhnliches Freßverhalten bei den großen Regenbogenforellen beobachtet. Sie schwebten zur Wasseroberfläche, haben etwas begutachtet und dann gefressen. Das brachte mich auf die Idee, es mit Nassfliegen an einer Schwimmschnur zu versuchen. Es war unglaublich, eine 12er Nassfliege knapp unter der Oberfläche gefischt brachte gute Erfolge. Seit Jahren habe ich nicht mehr mit Nassfliegen gefischt, aber in dieser einen Woche an der Savinja war diese Fischerei unschlagbar. Es hat schon was, wenn eine 70 cm Regenbogenforlle eine 12er Fliege dicht unter der Oberfläche nimmt. So wurde unsere letzte Woche in unserem Angelurlaub doch noch zu einem echten Highlight. Auch eine gute Fischerei mit der Trockenfliege bescherte uns dieser Fluss noch in der Woche. Wir fingen Äschen, Bach- und Regenbogenforellen trocken. Vielleicht war es auch einfach nur Glück. Zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Köder, am richtigen Ort.

Wie auch immer, es war mal wieder ein gelungener Angelurlaub mit Höhen und Tiefen. Aber ich denke, das kennt jeder Fischer.

Tight lines

Astrid und Gerhard

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